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Zementestrich vs. Calciumsulfatestrich

Estrich Zement

Zementestriche sowie Calciumsulfatestriche sind jene Estriche, welche auf unseren heimischen Baustellen am häufigsten anzufinden sind. Im folgenden Artikel erfahren Sie mehr über die Herstellung, die Eigenschaften sowie die Vor- und Nachteile der zwei Estricharten.


Der Zementestrich..

ist nach wie vor der am häufigsten anzufindenden Estrich auf den heimischen Baustellen. Er besteht aus einer Mischung von Zement, Sand und Wasser und erhärtet durch Hydration. Ist dieser Erhärtungsprozess abgeschlossen verdunstet die Restfeuchte. Erst bei Erreichen der gewünschten Restfeuchtigkeit von 2% (bei vorhandener Fußbodenheizung 1,8%) kann mit der Verlegung der Holzbeläge begonnen werden.

Schutzzeiten & Fußbodenheizung
Der Estrich ist rund drei Tage nach der Verlegung begehbar und kann nach rund 21 Tagen belastet werden. (Materialtransport, Montage von Ständerwänden etc.) Um Risse zu vermeiden ist der Estrich in den ersten 14 Tagen vor Zugluft zu schützen. Ist eine Fußbodenheizung vorhanden, kann das Ausheizen am 21. Tag gemäß Ausheizprotokoll gestartet werden.  Das Ausheizen erfolgt in Stufen von maximal 5 Grad pro 24 Stunden bis zum Erreichen der Maximaltemperatur beim Aufheizen und das Abheizen in Stufen von maximal 10 Grad pro 24 Stunden.

Eigenschaften
Der Erhärtungsprozess durch Hydration ist nach rund 28 Tagen abgeschlossen, kann aber durch die Beigabe von Zusatzmittel verkürzt werden. (Schnellzementestrich). Im Gegensatz zum Claciumsulfatestrich ist der Zementestrich wasserbeständig. Dass bedeutet, dass er auch in Nassräumen, Garagen und im Außenbereich verwendet werden kann. Aufgrund der großen Menge an Feuchtigkeit, welche der Zementestrich in der Austrocknungsphase verliert und des damit verbundenen Schwindens seines Volumens, ist das Einbringen von Scheinfugen erforderlich. Diese werden nach erfolgter Austrocknung kraftschlüssig verbunden in dem man sie beispielsweise mit Kunstharz ausgießt.

✓ wasserbeständig                  ✓ hohe Festigkeit                  ✓ hohe Belastbarkeit


Der Calciumsulfatestrich…

ensteht durch die Mischung von Anhydrit, Wasser und einem Anreger. Chemisch gesehen ist Anhydrit nichts anderes als ein wasserfreier Gips. Mischt man diesen mit Wasser und dem Anreger setzt der Abbindevorgang ein und es bilden sich Calciumsulfatdihydratkristalle. Das Erstarren beginnt bereits 30 Minuten nachdem die Wasserzugabe beendet wurde.

Schutzzeiten & Fußbodenheizung
Der Calciumsulfatestrich ist bereits nach 2 Tagen begehbar und nach 7 Tagen belastbar. Er ist auch für die Verwendung auf Fußbodenheizungen geeignet. Mit dem Ausheizprotokoll kann hier frühestens nach 10 Tagen begonnen werden. Um die Trocknungszeit möglich gering zu halten sollten Estrichdicken generell immer auf das notwendige Mindestmaß dimensioniert werden.

Eigenschaften
Im Zuge des Abbindeprozess binden sich Calciumsulfatdihydratkristalle.Nachdem diese Kristallisierung reversibel ist, sprich sich durch Nässe wieder rückbildet, ist der Calciumsulfatestrich nicht für Nassräume geeignet sowie dem Außenbereich geeignet.
Metallteile die den Estrich dauernd berühren, müssen deshalb auch vor Korrosion geschützt werden. Auch zu beachten: Bei dieser Art von Estrich bildet sich eine sogenannte Sinterschicht oder auch Kalkhaut genannt. Es handelt sich dabei um eine dünne, harte Ablagerung welche die Saugkraft des Untergrunds mindert was zu einem mangelhaften Haftung von Voranstrichen und Klebern führt. Deswegen ist diese Sinterschicht vor den weiteren Arbeitsgängen unbedingt abzuschleifen. Ein großer Vorteil des Calciumsulfatestrichs besteht in der Möglichkeit der Ausführung von großen Flächen ohne Fugen und der früheren Begehbarkeit. Zudem ist härtet er schnell und ist spannungsarm, neigt kaum zum Aufschüsseln und Rissbildung.

✓ rasche Begehbarkeit               âœ“ spannungsarm                 âœ“ größere Flächen ohne Fugen möglich


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